Fr.. Juli 17th, 2026

Was ist eine Caprifig (Bocksfeige) und brauche ich sie?

🌳 Eine Caprifig (auch Bocksfeige genannt) ist eine spezielle, nicht-essbare Feigenform, die männliche Blüten trägt und für die natürliche Bestäubung bestimmter Sorten durch die Feigenwespe nötig wäre.

🐝 Brauchst du sie für deinen Feigenbaum?

In Deutschland: praktisch nie. Die meisten in Mitteleuropa kultivierten Feigensorten sind parthenokarp – sie bilden Früchte ganz ohne Befruchtung. Und die Feigenwespe lebt sowieso nicht in unserem Klima – die hat es bei uns einfach zu kalt.

🌿 Wann eine Caprifig relevant wird

  • In Mittelmeerländern für die kommerzielle Smyrna-Feigen-Produktion
  • Für die traditionelle Caprifizierung – das Aufhängen von Caprifig-Zweigen mit Wespen
  • Für Sammler exotischer, befruchtungsabhängiger Sorten

✅ Was heißt das für dich konkret?

  • Die meisten in Deutschland verkauften Sorten brauchen keinen Befruchter
  • Eine einzelne Pflanze trägt also problemlos Früchte
  • Beim Kauf darauf achten, dass „selbstfruchtend“ oder „parthenokarp“ dabei steht

🔬 Kurz die Botanik dahinter

Es gibt vier Feigentypen: Caprifeige (männlich), Smyrna (weiblich, befruchtungsabhängig), San Pedro (gemischt) und Common Fig (selbstfruchtend). Für unsere Region zählt fast ausschließlich der letzte Typ.

📌 Im Feigenhof-Sortiment führe ich ausschließlich selbstfruchtende Sorten. Du brauchst dir um Bestäubung also keine Sorgen zu machen – ein Baum reicht für eine volle Ernte.

Von Bernd Vollmer

Bernd Vollmer ist Gartenbauwissenschaftler, bekennender Pflanzen-Nerd und seit über 25 Jahren mit Erde unter den Fingernägeln unterwegs. Er interessiert sich für alles, was Wurzeln schlägt, Blätter treibt oder Blüten macht – besonders für Feigen und Orchideen, gern auch dort, wo andere längst aufgegeben haben. Webseiten baut er seit 1998, lange bevor Content Marketing einen Namen hatte, und teilt seitdem sein Wissen, seine Experimente und gelegentlich auch seine Fehler. Neben Pflanzen beschäftigen ihn seit einigen Jahren Investment-Ideen, langfristiges Wachstum und nachhaltige Entwicklungen – vermutlich, weil ihn funktionierende Systeme schon immer fasziniert haben. Wenn er nicht gerade im Garten, im Wald oder in den Alpen unterwegs ist, sitzt er auf dem Mountainbike, hinter der Kamera oder tüftelt an neuen digitalen Projekten. Meistens mit einer Pflanze im Blick – oder einer Idee, die noch wachsen darf. 🌱📷🚵‍♂️

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