Fr.. Juli 17th, 2026

Welche Feigensorten eignen sich für milde Lagen?

Kurz gesagt: In milden Lagen (Weinbauklima, Stadtwärme, geschützte Südlagen) kannst du fast jede Feigensorte ausprobieren – die Auswahl ist riesig. Empfehlenswert sind klassische, große, süße Sorten wie Dalmatie, Madeleine des Deux Saisons, Pastiliére oder Bourjassotte Grise.

Aus meiner Erfahrung ist Berglen schon eine grenzwertige Lage – wir bekommen schon mal Frost mit Wind. Wer in milderen Gegenden wohnt (Rheinebene, Kaiserstuhl, Stadtklima Köln/Frankfurt, Weinbaulagen Mosel/Pfalz/Rheinhessen), hat ein viel größeres Sortenspektrum zur Verfügung.

Meine Empfehlungen für milde Lagen:

  • Dalmatie: Riesige grüne Frucht mit dunkelrotem Fruchtfleisch. Sehr süß, Klassiker im Mittelmeerraum.
  • Madeleine des Deux Saisons: Trägt zweimal im Jahr verlässlich, helle Schale, weiches Fruchtfleisch.
  • Pastiliére: Sehr früh reifend, dunkel, intensiv im Geschmack.
  • Bourjassotte Grise: Französische Klassiker, dunkelviolett, hocharomatisch.
  • Rouge de Bordeaux: Mittelgroße dunkle Frucht, sehr süß, traditionsreich.
  • Black Mission: Amerikanischer Klassiker, dunkel, süß, gut auch für Kübelhaltung.
  • Adriatic / White Marseilles: Helle, sehr süße Sorte, brauchen viel Sonne.

Wenn du in einer milden Lage wohnst, lohnt sich der Versuch mit empfindlicheren, dafür aromatischeren Sorten. Die robusten Standardsorten Brown Turkey und Negronne tragen auch dort hervorragend, aber für Genießer öffnet sich in milden Klimazonen die ganze Welt der mediterranen Spitzensorten.

Von Bernd Vollmer

Bernd Vollmer ist Gartenbauwissenschaftler, bekennender Pflanzen-Nerd und seit über 25 Jahren mit Erde unter den Fingernägeln unterwegs. Er interessiert sich für alles, was Wurzeln schlägt, Blätter treibt oder Blüten macht – besonders für Feigen und Orchideen, gern auch dort, wo andere längst aufgegeben haben. Webseiten baut er seit 1998, lange bevor Content Marketing einen Namen hatte, und teilt seitdem sein Wissen, seine Experimente und gelegentlich auch seine Fehler. Neben Pflanzen beschäftigen ihn seit einigen Jahren Investment-Ideen, langfristiges Wachstum und nachhaltige Entwicklungen – vermutlich, weil ihn funktionierende Systeme schon immer fasziniert haben. Wenn er nicht gerade im Garten, im Wald oder in den Alpen unterwegs ist, sitzt er auf dem Mountainbike, hinter der Kamera oder tüftelt an neuen digitalen Projekten. Meistens mit einer Pflanze im Blick – oder einer Idee, die noch wachsen darf. 🌱📷🚵‍♂️

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