Sa.. Juli 18th, 2026

Wer frisst die Blätter meines Feigenbaums?

Kurz gesagt: Wenn ganze Blätter angefressen sind, sind es meist die Raupen des Feigenspreizflügelfalters. Bei kleinen Löchern eher Schnecken, Käfer oder Wespen. Manchmal frisst auch der Dickmaulrüssler nachts an den Blatträndern.

Bei mir in Berglen ist der Feigenspreizflügelfalter (Choreutis nemorana) das größte Problem geworden. Vor 10 Jahren noch eine Rarität, ist er heute fast überall in Süddeutschland anzutreffen. Hier die Übersicht:

  • Feigenspreizflügelfalter (Raupe): Frisst große Löcher, oft an Triebspitzen, manchmal komplette Blätter und auch Triebe. Erkennbar an feinen Gespinsten und kleinen schwarzen Kotkrümeln. Befallene Triebe großzügig zurückschneiden und im Restmüll entsorgen.
  • Schnecken: Vor allem bei jungen Pflanzen am Boden. Glatte, runde Fraßstellen am Blattrand, Schleimspuren als Beweis. Schneckenkorn oder abendliches Absammeln.
  • Dickmaulrüssler: Buchtenfraß an Blatträndern, oft im Nachtwerk. Larven fressen an Wurzeln (besonders gefährlich im Kübel). Nematoden im Spätsommer ausbringen, Käfer abends absammeln.
  • Wespen: Nagen manchmal an reifen Früchten, gelegentlich auch an Blattadern – meist harmlos.
  • Maikäfer / Junikäfer: Fressen lochförmig an Blättern, meist im Frühsommer.

Mein Tipp: Genau hinschauen. Foto an mich, wenn du unsicher bist – ich helfe gern bei der Bestimmung. Und vorbeugend: Eine kräftige, gesunde Pflanze steckt Schäden viel besser weg als eine geschwächte.

Schlagwort: Feigen-Spreizflügelfalter

Von Bernd Vollmer

Bernd Vollmer ist Gartenbauwissenschaftler, bekennender Pflanzen-Nerd und seit über 25 Jahren mit Erde unter den Fingernägeln unterwegs. Er interessiert sich für alles, was Wurzeln schlägt, Blätter treibt oder Blüten macht – besonders für Feigen und Orchideen, gern auch dort, wo andere längst aufgegeben haben. Webseiten baut er seit 1998, lange bevor Content Marketing einen Namen hatte, und teilt seitdem sein Wissen, seine Experimente und gelegentlich auch seine Fehler. Neben Pflanzen beschäftigen ihn seit einigen Jahren Investment-Ideen, langfristiges Wachstum und nachhaltige Entwicklungen – vermutlich, weil ihn funktionierende Systeme schon immer fasziniert haben. Wenn er nicht gerade im Garten, im Wald oder in den Alpen unterwegs ist, sitzt er auf dem Mountainbike, hinter der Kamera oder tüftelt an neuen digitalen Projekten. Meistens mit einer Pflanze im Blick – oder einer Idee, die noch wachsen darf. 🌱📷🚵‍♂️

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