Fr.. Juli 17th, 2026

Kann man einen Feigenbaum mit Blaukorn düngen?

Kurz gesagt: Bitte nicht. Blaukorn ist ein mineralischer Volldünger mit hohem Stickstoffanteil – das treibt eine Feige zu üppigem Blattwuchs ohne Frucht und macht sie anfällig für Kälte und Krankheiten.

Aus meiner Erfahrung in Berglen ist Blaukorn die häufigste Düngerfehlentscheidung bei Feigenkunden. Ich verwende es selbst nie. Hier warum:

Probleme mit Blaukorn:

  • Zu viel Stickstoff: Massive Triebbildung mit weichem, frostempfindlichem Holz. Frucht bleibt aus oder reift nicht aus.
  • Salzbildung im Substrat: Verbrennt empfindliche Wurzeln, vor allem im Kübel.
  • Kein Humusaufbau: Mineralisch, gibt dem Boden nichts an organischer Substanz zurück.
  • Auswaschung: Die Nährstoffe versickern schnell, gerade bei lockerem mediterranem Substrat.
  • Anfälligkeit: Eine überdüngte Feige zieht Läuse und Pilze regelrecht an.

Was ich stattdessen verwende:

  • Reifer Kompost: 1–2 cm Schicht im Frühjahr, leicht einarbeiten – mein Standardfutter.
  • Hornspäne: Langzeitwirkung, organisch, als Streichholz im Frühjahr.
  • Spezial-Mediterrandünger: Mit ausgewogenem N-P-K und Mikronährstoffen, kaliumbetont.
  • Komposttee oder Brennnessel-Jauche: Im Sommer alle 4–6 Wochen, sehr ausgewogen.
  • Holzasche: In kleinen Mengen für Kalium – aber nicht übertreiben, Bodenkalk wird oft unterschätzt.

Mein Grundprinzip: Lieber wenig und organisch als viel und mineralisch. Eine Feige ist ein Mediterranes Kind – sie will nicht überfüttert werden.

Von Bernd Vollmer

Bernd Vollmer ist Gartenbauwissenschaftler, bekennender Pflanzen-Nerd und seit über 25 Jahren mit Erde unter den Fingernägeln unterwegs. Er interessiert sich für alles, was Wurzeln schlägt, Blätter treibt oder Blüten macht – besonders für Feigen und Orchideen, gern auch dort, wo andere längst aufgegeben haben. Webseiten baut er seit 1998, lange bevor Content Marketing einen Namen hatte, und teilt seitdem sein Wissen, seine Experimente und gelegentlich auch seine Fehler. Neben Pflanzen beschäftigen ihn seit einigen Jahren Investment-Ideen, langfristiges Wachstum und nachhaltige Entwicklungen – vermutlich, weil ihn funktionierende Systeme schon immer fasziniert haben. Wenn er nicht gerade im Garten, im Wald oder in den Alpen unterwegs ist, sitzt er auf dem Mountainbike, hinter der Kamera oder tüftelt an neuen digitalen Projekten. Meistens mit einer Pflanze im Blick – oder einer Idee, die noch wachsen darf. 🌱📷🚵‍♂️

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