Der Feigen-Spreizflügelfalter (Choreutis nemorana) gehört zu den neueren Schädlingen an Feigenbäumen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dieser kleine Schmetterling aus der Familie der Spreizflügelfalter wurde durch den Feigen-Boom in unsere Gärten eingeschleppt. Während der erwachsene Falter harmlos ist, können seine Raupen bei starkem Befall erhebliche Schäden an den Blättern verursachen. Durch milde Winter und die zunehmende Beliebtheit von Feigenbäumen findet dieser Schädling ideale Bedingungen vor. Mit dem richtigen Wissen lässt sich ein Befall jedoch erfolgreich erkennen und behandeln.
Feigen-Spreizflügelfalter (Choreutis nemorana) ist ein Schmetterling aus der Familie der Spreizflügelfalter (Choreutidae)


Was ist der Feigen-Spreizflügelfalter?
Der Feigen-Spreizflügelfalter (Choreutis nemorana) ist ein Schmetterling aus der Familie der Spreizflügelfalter (Choreutidae).
Kritisch ist nicht der erwachsene Schmetterling, sondern die wesentlich gefräßigere Raupe. Was im Übrigen bei praktisch allen Schmetterlingen im Bereich der Pflanzenschädlinge ist.




Schadert der Feigen-Spreizflügelfalter meiner Feige?
Der Feige schadet er an sich nur, wenn er in Massen auftritt. Bisher ist dies jedoch noch selten der Fall, denn das noch kalte Winterklima sorgt dafür, dass der Feigen-Spreizflügelfalter durch Frosteinwirkung stirbt.
Jedoch führen gerade milde Winter dazu, dass der Feigen-Spreizflügelfalter sich leichter verbreiten und zuwandern kann. Denn heimisch ist er bei uns nicht, er wurde praktisch eingeschleppt, bzw. angelockt. Denn Feigen sind im Trend und immer mehr Feigen finden einen Platz in den Gärten von D-A-CH und somit hat der Feigen-Spreizflügelfalter immer bessere Bedingungen. Auch dadurch, dass manch Feige geschützt überwintert wird und der Feigen-Spreizflügelfalter so ebenfalls den Winter gut überstehen kann.
Es gibt zwei Generationen. Die erste im Juni und Juli. Die zweite Generation bildet sich abn August. Während die erste Generation sich neue Orte sucht, verbleibt die zweite Generation an der Feige, wo sie auch überwintert.






Was mache ich gegen den Feigen-Spreizflügelfalter?
Eine einfache Methode gegen den Feigen-Spreizflügelfalter ist es, diesen abzusammeln. Das ist jedoch bei einer großen Pflanze wenig hilfreich.
Biologische Mittel gegen Raupen können helfen, sind jedoch nur auf Antrag beim zuständigen Landratsamt einsetzbar. Bacillus thuringiensis (Bt.) wirkt vielseitig gegen Raupen, allerdings hat auch dieses Mittel für Feigen keine Zulassnung.











Hallo,
mein Feigenbaum ist nun das dritte Jahr in Folge vom Feigen-Spreizflügelfalter, bzw. dessen Raupen befallen. Es scheint jedes Jahr schlimmer zu werden, von daher würde ich im kommenden Jahr (Februar) gerne etwas dagegen unternehmen. Der Baum ist recht groß (etwa 5-6m hoch), so dass das Abzupfen oder Einsprühen einzelner befallener Blätter irgendwann schwierig bis unmöglich wird. Man kann zwar sehr gut in ihn hineinklettern, aber dennoch, irgendwann erreicht die weiter außen wachsenden Blätter natürlich nicht mehr.
Es scheint aber das einzige Mittel zu sein, oder? Die erwachsenen Falter halten sich in großen Populationen in den umliegenden Sträuchern auf (Kletterhortensie, Hortensie, Rhododendron und Wegeile). Das merke ich wenn ich diese jetzt im Sommer mit Wasser besprenge und die Falter dann aufgeschreckt werden. Kann man diese Tiere auch irgendwie bekämpfen? Reduzieren? Verjagen? Die Sträucher verlieren ja alle ihre Blätter im Winter. Wo sitzen die Falter denn dann noch?
Fragen über Fragen.
Mit freundlichen Grüßen
Oliver Mugalu
Hi Oliver,
Bacillus thuringiensis scheint aktuell das Mittel der Wahl zu sein.
Dazu kam dieses Jahr, dass das trockene und heiße Wetter die Ausbreitung begünstigt hat.
Wo ich im Jahr davor noch beobachten konnte, dass die Spatzen die Raupen gegessen haben, war davon dieses Jahr nichts zu sehen.
Es scheint ein wenig, wie beim Buchsbaumzünsler zu seiner, dadurch, dass die die Raupen und Falter ausreichend Alternativen finden, ist es der Befall nicht mehr groß vermeidbar.
Grüße aus dem Garten
Bernd