Fr.. Juli 17th, 2026

Welche Feigen-Arten sind essbar?

Kurz gesagt: Botanisch gibt es vier Feigentypen – Common Type, Smyrna, San Pedro und Caprifeige. Für uns in Mitteleuropa relevant ist nur die Common Type, denn nur sie trägt ohne Bestäubung essbare Früchte. Genau diese Sorten findest du bei Feigenhof.

Aus meiner Erfahrung verwirrt das viele Feigenfreunde. Hier die kurze Botanik-Tour:

  • Common Type (Persistent): Trägt parthenokarp, also ohne Befruchtung. Alle bei uns sinnvollen Sorten gehören hierher: Brown Turkey, Negronne, Dalmatie, Bornholm, Ronde de Bordeaux und viele mehr.
  • Smyrna-Typ: Braucht zwingend die Bestäubung durch die Feigengallwespe (Blastophaga psenes). Die Wespe lebt in Mitteleuropa nicht – damit sind Smyrna-Sorten hier nicht ertragsfähig.
  • San-Pedro-Typ: Brevas wachsen ohne Bestäubung, Hauptfeigen brauchen die Wespe. In Mitteleuropa nur die frühe Ernte nutzbar.
  • Caprifeige: Männliche Feige, dient nur als Wirt für die Gallwespe. Ihre Früchte sind nicht essbar – wir Menschen meiden sie.

Mein Hinweis: Wer eine Feige aus zweifelhafter Quelle hat (Markt, Urlaubsmitbringsel, Kerne aus dem Supermarkt), kann Pech haben und einen Smyrna-Typ erwischen. Der treibt brav aus, blüht – aber die Früchte werfen sie ab, weil keine Bestäubung kommt. Bei mir in Berglen kommen ausschließlich Common-Type-Sorten ins Sortiment, kein Risiko.

Von Bernd Vollmer

Bernd Vollmer ist Gartenbauwissenschaftler, bekennender Pflanzen-Nerd und seit über 25 Jahren mit Erde unter den Fingernägeln unterwegs. Er interessiert sich für alles, was Wurzeln schlägt, Blätter treibt oder Blüten macht – besonders für Feigen und Orchideen, gern auch dort, wo andere längst aufgegeben haben. Webseiten baut er seit 1998, lange bevor Content Marketing einen Namen hatte, und teilt seitdem sein Wissen, seine Experimente und gelegentlich auch seine Fehler. Neben Pflanzen beschäftigen ihn seit einigen Jahren Investment-Ideen, langfristiges Wachstum und nachhaltige Entwicklungen – vermutlich, weil ihn funktionierende Systeme schon immer fasziniert haben. Wenn er nicht gerade im Garten, im Wald oder in den Alpen unterwegs ist, sitzt er auf dem Mountainbike, hinter der Kamera oder tüftelt an neuen digitalen Projekten. Meistens mit einer Pflanze im Blick – oder einer Idee, die noch wachsen darf. 🌱📷🚵‍♂️

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