Sa.. Juli 11th, 2026

Wie viel Frost verträgt ein Feigenbaum?

Kurz gesagt: Je nach Sorte vertragen Feigen Temperaturen zwischen –10 °C und –20 °C, im Wurzelbereich auch tiefer. Die jungen einjährigen Triebe und Knospen sind meistens das schwächste Glied und gehen schon ab –12 bis –15 °C kaputt.

Aus meiner Erfahrung in Berglen ist das das Lieblings-Sorgenthema vieler Hobbygärtner. Hier die ehrlichen Zahlen:

Frosthärte nach Pflanzenteil:

  • Wurzelbereich: Bis –20 °C kein Problem, oft sogar tiefer mit Mulchschicht.
  • Mehrjähriges, verholztes Holz: –15 bis –18 °C, je nach Sorte.
  • Einjähriges Holz mit Brevas-Knubbeln: –10 bis –12 °C, sehr empfindlich.
  • Spätfrost im Frühjahr nach Austrieb: Schon –2 bis –3 °C töten frische Triebe – Hauptproblem hier in Süddeutschland.

Frostharte Sorten in meinem Sortiment:

  • Bornholm: Bis –20 °C verlässlich.
  • Brown Turkey: Bis –15 °C bewährt.
  • Negronne: Bis –15 °C robust.
  • Ronde de Bordeaux: Bis –15 °C, sehr früh tragend.
  • Madeleine des Deux Saisons: –12 °C, aber regenerationsstark.

Was passiert bei zu starkem Frost:

  • Triebe frieren zurück, oft bis ins zweijährige Holz.
  • Pflanze treibt aus dem Wurzelstock neu aus – meist im Mai/Juni.
  • Keine oder wenige Brevas in dem Jahr, Hauptfeigen reifen oft nicht mehr aus.
  • Pflanze überlebt aber, Geduld haben.

Mein Tipp: Egal wie frosthart die Sorte – im Freiland in Mitteldeutschland immer Wurzelbereich mulchen, Stamm mit Vlies oder Schilfmatte schützen. Im Kübel sicher kühl, aber frostfrei überwintern. Verlierer sind nicht die starken Frostnächte, sondern die Spätfröste nach dem Austrieb.

Von Bernd Vollmer

Bernd Vollmer ist Gartenbauwissenschaftler, bekennender Pflanzen-Nerd und seit über 25 Jahren mit Erde unter den Fingernägeln unterwegs. Er interessiert sich für alles, was Wurzeln schlägt, Blätter treibt oder Blüten macht – besonders für Feigen und Orchideen, gern auch dort, wo andere längst aufgegeben haben. Webseiten baut er seit 1998, lange bevor Content Marketing einen Namen hatte, und teilt seitdem sein Wissen, seine Experimente und gelegentlich auch seine Fehler. Neben Pflanzen beschäftigen ihn seit einigen Jahren Investment-Ideen, langfristiges Wachstum und nachhaltige Entwicklungen – vermutlich, weil ihn funktionierende Systeme schon immer fasziniert haben. Wenn er nicht gerade im Garten, im Wald oder in den Alpen unterwegs ist, sitzt er auf dem Mountainbike, hinter der Kamera oder tüftelt an neuen digitalen Projekten. Meistens mit einer Pflanze im Blick – oder einer Idee, die noch wachsen darf. 🌱📷🚵‍♂️

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