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Aus zwei mache eine Sorte: Hardy Chicago entspricht Sal’s Fig

hardy chicago sals fig

Wer sich mit Feigensorten beschäftigt, stellt schnell fest, dass viele Sorten im Laufe der Zeit mehrere Namen erhalten haben. Ein besonders bekanntes Beispiel dafür ist die Feige Hardy Chicago. Was viele nicht wissen: Die unter Feigenfreunden sehr beliebte Hardy Chicago wird häufig auch als Sal’s Fig bezeichnet. Darüber hinaus existieren weitere Synonyme wie HC, Bensonhurst Purple oder Mongibello. Für Sammler kann das durchaus verwirrend sein, denn nicht selten glaubt man, verschiedene Sorten zu besitzen, obwohl es sich letztlich um dieselbe Feige handelt.

Die Wurzeln dieser Sorte liegen in Italien. Mit italienischen Auswanderern gelangte die Feige nach Amerika, wo sie sich insbesondere in den nördlichen Bundesstaaten einen hervorragenden Ruf erarbeitete. Dort wurde sie über Jahrzehnte innerhalb von Familien und unter Feigenliebhabern weitergegeben. Je nachdem, wer die Pflanze verbreitete oder in welcher Region sie kultiviert wurde, entstanden unterschiedliche Namen für dieselbe Sorte. Besonders die Bezeichnung Sal’s Fig geht auf einen italienischstämmigen Feigenliebhaber zurück, über den die Sorte bekannt wurde. Im Laufe der Zeit setzte sich jedoch in weiten Teilen der USA der Name Hardy Chicago durch.

Dass diese Feige in Nordamerika so beliebt geworden ist, hat gute Gründe. Hardy Chicago gilt als ausgesprochen robust, ertragreich und vergleichsweise winterhart. Gerade in Regionen mit kalten Wintern zeigt sie Eigenschaften, die viele andere Sorten nicht besitzen. Selbst wenn Triebe im Winter zurückfrieren, treibt die Pflanze häufig wieder kräftig aus und kann dennoch eine gute Ernte liefern. Dazu kommen die dunkel gefärbten Früchte mit ihrem süßen, aromatischen Geschmack und einer feinen Beerennote, die bei vielen Feigenliebhabern sehr geschätzt werden.

Auch für Mitteleuropa zählt Hardy Chicago beziehungsweise Sal’s Fig zu den interessantesten und geeignetsten Sorten überhaupt. Die Erfahrungen vieler Feigenfreunde zeigen, dass sie mit den klimatischen Bedingungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz sehr gut zurechtkommt. Wer eine robuste und bewährte Feige für den Garten sucht, macht mit dieser Sorte meist wenig falsch. Sie vereint Winterhärte, Ertragssicherheit und guten Geschmack in einer Weise, die sie zu einer der beliebtesten Feigen für kühlere Regionen macht.

So zeigt die Geschichte von Hardy Chicago und Sal’s Fig einmal mehr, dass hinter verschiedenen Namen nicht zwangsläufig verschiedene Sorten stehen müssen. In diesem Fall führen mehrere Bezeichnungen letztlich zu derselben hervorragenden Feige – einer Sorte mit italienischen Wurzeln, amerikanischer Erfolgsgeschichte und besten Voraussetzungen für den Anbau in Mitteleuropa.

Von Bernd Vollmer

Bernd Vollmer ist Gartenbauwissenschaftler, bekennender Pflanzen-Nerd und seit über 25 Jahren mit Erde unter den Fingernägeln unterwegs. Er interessiert sich für alles, was Wurzeln schlägt, Blätter treibt oder Blüten macht – besonders für Feigen und Orchideen, gern auch dort, wo andere längst aufgegeben haben. Webseiten baut er seit 1998, lange bevor Content Marketing einen Namen hatte, und teilt seitdem sein Wissen, seine Experimente und gelegentlich auch seine Fehler. Neben Pflanzen beschäftigen ihn seit einigen Jahren Investment-Ideen, langfristiges Wachstum und nachhaltige Entwicklungen – vermutlich, weil ihn funktionierende Systeme schon immer fasziniert haben. Wenn er nicht gerade im Garten, im Wald oder in den Alpen unterwegs ist, sitzt er auf dem Mountainbike, hinter der Kamera oder tüftelt an neuen digitalen Projekten. Meistens mit einer Pflanze im Blick – oder einer Idee, die noch wachsen darf. 🌱📷🚵‍♂️

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